China und die USA sowie der Rest der Welt

Journalismus im Westen

,Solange man gezwungen ist, das Andere auch jedesmal für das Falsche, Arge, Feindliche zu halten, statt eben schlechthin für- das Andere, solange bekommt man keine gelassene und gerechte Beziehung zur Welt, in der jedes Raum haben soll, Teil und Gegenteil, ich und der von mir Allerverschiedenste. Und nur unter Voraussetzung und Zugebung einer solchen, vollzähligen, Welt wird man auch das eigene Innere, mit seinen internen Kontrasten und Widersprüchen, weit und geräumig und luftig einrichten.’ Rilke /1915

Über Feindseligkeiten aus dem ideellen Permafrost ergeben sich keine frischen Erkenntnisse. Ihre Absichten bleiben, einmal aufgetaut, immer die selben.

Dass professionelle Propagandisten einander Propaganda und Whataboutismus vorwerfen ist logisch. Man könnte es eine bezahlte Zeitverschwendung nennen.

Treffe ich auf einen Troll so ignoriere ich ihn, so gut das geht. Wärs im Wald ein Bär, so ginge ich in die andre Richtung.

Der Journalismus ist im Umbruch, Medienkonzerne/Agenturen mit ihren Eignern beherrschen die Szene. Unser vielseitiger Gebührensender, welcher kein Staatssender sein will, hält sein Fähnchen ebenfalls in den Wind.

Die meisten Medien verbreiten ihre News heute auch digital. Wer etwas wissen möchte informiert sich schnell via Google und Co. Die Internetanbieter wissen wo und zu was wir surfen, wer wir sind, wo wir mit unseren Smartphones telefonieren, usw. und können ihren Kunden eine auf uns massgeschneiderte Werbung verkaufen. Wir werden von allen Seiten manipuliert. Was wird uns nach unserer Eingabe auf Google zuoberst gezeigt, was unter ferner liefen? Eine unglaublich lukrative Ausbeutung unserer persönlicher Daten. Der Journalismus, früher die Vierte Gewalt der Demokratie, wird zu einem weiteren Rädchen im Getriebe.

Wird eine Korrespondent*in nach China geschickt, ein komplexes und eigentlich für uns wichtiges Land mit immerhin 1400 Millionen Einwohner*innen, ist es oft ein ,Frischling'. Versucht er oder sie nach etwas Eingewöhnung suggestiv mal im Schlamm zu gründeln, findet er oder sie in der Regel nur die eigenen Vorurteile. Mit den platten Resultaten werden wir eingedeckt. Oft wird eine Korrespondent*in gleich von mehreren, gleichsprachigen Medien geteilt. Nicht nur kostengünstig, offensichtlich bildet dies da wie dort den Auftrag ab.

Die kulturelle Sprachbarriere zu China spielt scheinbar keine Rolle.

Was bedeutet es eigentlich für uns, wenn die USA China zum Problem machen, dann zum Feind? In unserem Interesse ist es jedenfalls nicht.

Es handelt sich um das vorläufige US Narrativ, es wird vorwiegend von westlichen Medien verbreitet.

Angesagter wäre, wir würden umgehend miteinander die Erde vor der Klimakatastrophe retten und die Biodiversität verbessern.

Pazifismus ist radikal. Muss wohl. Immerhin vereint er alle Armeen der Welt gegen sich.

Jedes Land hat immer, wenns drauf ankommt, seine eigenen Interessen. Drohungen, Sanktionen etc. gegen die Souveränität und Freiheit anderer Staaten, die zuerst zum Problem und dann zum Feind der USA erklärt wurden, gibt’s zuhauf.

Zu den Zielgruppen der US PR gehören die US Wählerinnen, wie auch alle potentiellen Kunden der Waffenindustrie. Bei China weiss man, dass es die Fähigkeit erlangt hat, zu parieren. Der Globale Süden hat sich mehrmals deutlich vom Westen distanziert und bezichtigt ihn der double-standarts.

Voreingenommenheit und ein kritischer Geist sind zwei schlecht zusammengehende Dinge. Wegen ihrer Chinafeindlichen Haltung ausgewählte ,Expert*innen’ für Analysen usw. zu China wirken zwar auf den ersten Blick (im Sinne des Narrativ's) schlau eingefädelt. Doch inhaltlich kann dies wache, kritische Menschen nicht erhellen. Wer professionell ein einseitiges Vorgehen konstant für nötig hält, disqualifiziert die so erzielten Ergebnisse. Er sieht/verbreitet die Dinge, wie er sie gern hätte.

Wenn das Benutzen einer Quelle auf die Dauer ein Unbehagen nährt, stimmt etwas mit dem Wasser nicht.

Kommentare können daran nichts ändern, sie sind im besten Fall ein Mittel der Ergänzung.

DER GLOBALE SÜDEN

Unser Verhältnis zu China, zu Asien, zu den Schwellen- und Entwicklungsländern, kurzum zum Globalen Süden ist zwar von der Gegenwart geprägt, doch diese ist massgeblich durch die Vergangenheit belastet.

Weniger vom Heroischen, wie es uns möglicherweise die Schule in der Geschichte beigebracht hat, sondern vom latenten oder offenen Rassismus, von der Gier nach mehr Mehr, dem Faschismus, der Selbstüberhöhung mit den Erniedrigungen der people of color. All dies gehört zur Geschichtsschreibung. Die gewalttätige Aneignung der Länder der Indigenen, die Sklaverei, die brutale Ausbeutung im Kolonialismus, eigentlich nicht viel Erfreuliches. Ebensowenig in den späteren Übergriffen, all den völkerrechtswidrigen Angriffskriegen bis hin zur Gegenwart.

Die meisten dieser alten und frischen Missetaten sind ungesühnt, unsere Verdrängung ist nach wie vor absolut.

Da wird ziemlich naiv versucht, die Stimmen der Opfer in die Nähe von Whataboutismus zu rücken, via Politik oder in den Medien jeweils auf die Person zu zielen, kurzum unsere dunkle Seite zu bagatellisieren.

Der russische Kolonialismus mit seinen desaströsen Folgen (keinen Deut besser) wurde geografisch eingehegt, er fand seine Opfer in der Ausbreitung über die umliegenden Binnenländer.

Es ist ein Fakt, dass der Globale Süden den Globalen Norden mit den Augen der Opfer unzähliger, schmerzlicher und ungesühnter Verbrechen betrachtet. Die vielen Narben tun bis heute weh.

Dass der Westen mit seinen (theoretischen) Werten als (obligatorischem) Masstab droht, kommt nicht gut an. Unsere Deutungshoheit wird als Behauptung einer arroganten Minderheit und als voll undemokratisch gesehen.

Der Globale Süden hat heute eine Stimme, er wirft uns unsere Doppelmoral vor.

Anstatt dass wir zuhören und uns unseren Verbrechen stellen, reden wir weiterhin alles klein.

Noch schlimmer: Eine professionelle PR verklickert uns neue Konflikte. Die Waffenindustrie freut’s, sie zieht munter an den Fäden für eine für sie prosperierende Zukunft.

Ein neuer nachhaltiger Kalter Krieg soll es sein. Die USA haben aus Rivalität Probleme mit dem Wiederaufstieg von China, auch so ein ehemaliges Opfer. Nun also agiert die plutokratische USA gegen das autoritäre China, sofern sie sich nicht in eigenen Bürgerkriegen verlieren. Europa reiht sich ein, die einen kriegslustig und begeistert, andere sehr zögerlich oder ablehnend, denn eigentlich hätte Europa schon genug Probleme am Hals. 2023.3

KOMMENTARE

GEDULD UND UNGEDULD DER GIGANTEN

Chinas Geschichte ist die einer alten Kultur, mit vielen Dynastien und noch zahlreicheren Kriegen, die oft durch die bessere List entschieden wurden.

Eine Episode erzählt die ,umgedrehte Integration‘ siegreicher Barbaren: Die berittenen Besatzer aus den mongolischen Steppen wandelten sich unter dem Einfluss der (hochstehenden) Chinesischen Zivilisation in den Besatzungsgebieten von nomadischen Schafhirten allmählich zu Chinesen. Sie wollten genauso erfolgreich und kultiviert sein wie die von ihnen ursprünglich (praktisch ohne Gegenwehr) Unterworfenen.

Eine hübsche Anekdote. Sie zeigt zugleich die Wurzeln der Chinesischen Erwartung, ihrem Reich würden die Menschen mit der Zeit von selber zufallen, ganz friedlich, weil China kultiviertere, modernere und bessere Strukturen hätte und die weniger Privilegierten gerne daran partizipieren möchten.

Ob das heute funktioniert, sei dahingestellt. Die Coolness der USA (the land of the free) fand beispielsweise nur für eine überschaubare Zeit Anklang. Vielfach Nachahmer*innen, welche mit den neusten US Gadgets und dem coolen amerikanischen Getue angeben wollten. Die US Amerikaner hatten aber auch keine Geduld zu warten, bis ihnen etwas zufiel. Sie nahmen sich mit Druck und Gewalt und verbaler Scheinheiligkeit, wenn sie etwas wollten. Schon die Indigenen (Indianische Stämme) sagten den waffentechnisch weit überlegenen Weissen (Besatzern) ihres Landes nach, dass sie mit geteilter Zunge sprechen würden.

Übermässig viel Geduld haben wir Weissen nicht, auch wenn eine friedlichere Haltung sich manchmal auszahlen könnte. Hand aufs Herz, Hongkong hätten wir nach dem Abzug der Briten längst voll integriert. Doch Chinas Weise Hongkong Zeit zu lassen floriert. Manchmal überflügeln die Kinder ihre Eltern, oder die Schüler*innen ihre Lehrer*innen.

Auf Taiwan (Rückzugsort der Verlierer des Chinesischen Bürgerkriegs) hätten wir kaum 70 Jahre gewartet und es die ganze Zeit über durch eine feindselige Macht wie die USA als beinahe Stützpunkt aufrüsten lassen.

Mit dem Wiederaufstieg Chinas haben sich ein paar Dinge markant geändert. Das Land hatte im Nu 800 Millionen Chinesinnen aus Hunger und bitterer Armut befreit und ist heute wirtschaftlich auf hohem Level mächtig und einflussreich geworden. Die USA möchten seinen Aufstieg einhegen, gerne auch mit unserer Hilfe, doch ganz nach ihren Vorstellungen. Chinas aktuelle Regierung hat sich angepasst und setzt nun ebenfalls auf eine starke Armee und auf eine verbesserte wirtschaftliche Eigenständigkeit. Ein Wettlauf mit der Zeit, den die USA gewinnen möchte.

Die Chips-Industrie, bei welcher die USA mit US Design, Einfluss und Druck weltweit am längeren Hebel sitzen, soll mit Hilfe der wenigen, darin dominierenden Staaten unter dem lead der USA strategisch gegen China eingesetzt werden. China, als wichtiger Abnehmer, soll so von der Entwicklung abgeschnitten und zumindest für eine Weile ausgebremst werden. Mitbetroffen die Weltwirtschaft, welche sich neu ausrichten müsste. Lieferkettenprobleme wirken sich, wie wir seit der Pandemie wissen, weltweit fatal aus. Wohin das zeitweilig führen wird, sie als strategische Waffe einzusetzen, darf sich ausmalen, wer möchte.

Dass die Leitwährung, der US Dollar, ein vielseitiges Instrument ist und ebenfalls als Waffe eingesetzt werden kann, sowie auch eingesetzt wird, ist Peking ebenfalls nicht entgangen.

Viel Wind macht den Bambus stärker, so sagt man in China. 2023.3

PROPAGANDA / PUBLIC RELATIONS

Interessant und aufschlussreich ist auch die Frage: Wie nahe stehen sich PR und Propaganda? Näher, als man denkt. Das Ende der Propaganda wurde: Zum Beginn der PR. Der Auslöser war, dass Propaganda anfangs 20. Jahrhundert (in den USA) in Verruf kam. Es brauchte eine neue Propaganda. Mit einem neuen Namen: PR. Edward Bernays, der Vater der PR, war im 20. JH überaus erfolgreich darin. Er schrieb den Klassiker: Propaganda (Die Kunst der Public Relations) / Deutsch / orange-press. Wie sich die Meinung von Massen steuern lässt.

Die PR wird deshalb auch als 5. Gewalt der Demokratie bezeichnet.

Das am alten Ausdruck Propaganda negativ Anhaftende wird sprachlich weiterhin genutzt: Ideologien und Propaganda verbreiten immer die andern. Auch heute: In der Kriegsberichterstattung.

Da die Presse als Multiplikatoren der PR dient, sind solche Zusammenhänge gerade auch für die Journalistinnen wichtig. 2022.4

AKUTE PROBLEME

Der Welt ginge es besser, wenn die Menschen soweit miteinander auskämen um die drängendsten Probleme anzugehen. Gemeinsam die Klimakatastrophe noch abzuwenden und die Biodiversität besser zu schützen. Miteinander Hunger, Durst und Armut zu bekämpfen, nicht einander.

Dazu braucht es keine militärische Aufrüstung. Doch die Rüstungsindustrie ist mächtig. Sie lebt von Kriegen und Konflikten.

Die US PR funktioniert wie gewohnt sehr professionell. Die Medien verbreiten und multiplizieren die Narrative. Diese beeinflussen uns und so die Demokratien. Oder das, was je nach Land an Demokratie noch übrig ist. Die USA, selber immer autokratischer, wollen als nächstes China einhegen, heisst: Die USA wollen einen Kalten Krieg gegen China.

Der Globale Süden hält dagegen und wirft dem Westen Doppelmoral vor.

Die Wunden des Kolonialismus, all der Aneignungen, der brutalen Ausbeutung, der Sklaverei, der vielen Übergriffe und völkerrechtswidrigen Angriffskriege sind schlecht vernarbt. Der lead der USA, die auf Hochglanz polierten Bomben und Raketen sind besudelt.

Der Umgang mit diesen ungesühnten Verbrechen kommt im Globalen Süden und anderswo schlecht an. Nicht nur in China. Auch hier bei uns fühlen sich dabei nicht alle Menschen teilnahmslos.

Den Verbrechern sind ihre Verbrechen oft egal oder sie verdrängen sie. Faschisten und Rassisten verspüren bis heute immer wieder irgendwo Aufwind. Unglaublich, eigentlich.

Doch Mörder können ihre Morde nicht abschütteln, schon gar nicht indem sie Whataboutismus rufen und behaupten, nur mit ihnen sei man frei, nur ihre Werte seien die wahren. Die Werte des Krieges? Des Untergangs?

Nochmals:

Der Welt ginge es besser, wenn die Menschen soweit miteinander auskämen um die drängendsten Probleme anzugehen. Gemeinsam die Klimakatastrophe noch abzuwenden und die Biodiversität zu schützen. Miteinander Hunger, Durst und Armut zu bekämpfen, nicht einander. 2023.3

WHATABOUTISMUS SOLLTE NICHT SELBST ZU WHATABOUTISMUS WERDEN

Ein Problem am Whataboutismus ist, dass der Ausdruck oft als ‘Killerargument’ eingesetzt wird.

Whataboutismus sollte nicht selbst einer werden, indem er plakativ an etwas angeheftet wird, um es damit auszublenden.

Wird ein Whataboutismus benutzt um das Thema zu wechseln, um so nicht auf etwas einzutreten, dann sollte man das auch genau so benennen, nämlich um beim Thema zu bleiben und weiter auf etwas einzutreten. Einfach inflationär Whataboutismus! zu rufen um etwas zu stoppen genügt wohl kaum.

Eine Argumentation in welcher die Gegenargumentation nur gelenkt zugelassen wird, indem zum Beispiel nicht ‘mit Vergleichen relativiert’ werden darf, funktioniert gleich wie Zensur.

Das kann als stillschweigende Selbstzensur vonstatten gehen, von mir aus mit einer Art moralischen Massstab, doch eben als Selbstzensur.

Es geht hierbei nicht um das Relativieren von Schuld, es geht um Ergänzungen von Fakten, von Selbstverständlichem.

Es geht darum sagen zu dürfen, dass ein menschliches Leben in Jemen gleich viel wert hat, wie ein menschliches Leben in der Ukraine.

Es geht darum als ‘Kolonialismus­kritischer Anti­imperialist’ sagen zu dürfen, dass eine Woche westlicher Berichterstattung über den grauenhaften Angriffskrieg in der Ukraine in etwa 20 Jahren westlicher Berichterstattung über den grauenhaften Krieg in Afghanistan entspricht.

Es gibt viele Vergleiche, die aktuell sind und die uns vielleicht zu denken geben, denn um das geht es immer, um unser Mitdenken und Mitfühlen, überall.

Der Kampf für Friede muss stark sein, sollte aber selbst nie zum Krieg werden, das ist die grosse Herausforderung. 2022.11

DEMOKRATIEN WERDEN AUTOKRATISCHER

In den USA ist Sozialist schon lange ein Schimpfwort. Eine Entlastung der Armen durch die Reichen wird auch bei vielen reichen Demokraten nur halbherzig gewünscht.

Die horrend teure Finanzierung der Wahlen und somit der US Demokratie ist nebst den Tricksereien ein weiteres Problem. Zuviele Waffennarren, zuviele Lügen, eine zu mächtige, durch Kriege und Spannungen florierende Waffenindustrie, nun die Sündenböcke im gegnerischen der beiden Lager verheissen nichts Gutes. Doch die USA liegen im Trend.

Wir unterscheiden: Liberale Demokratien, Wahldemokratien, Wahlautokratien und geschlossene Autokratien. Als liberale Demokratie gehört die Schweiz im Vergleich weltweit zu einer kleinen, schwindenden Minderheit, sowohl an entsprechenden Staaten wie auch betroffenen Menschen.

Der Trend der Demokratien geht in Richtung Wahldemokratie sowie Wahlautokratie, auch in unserer EU Nachbarschaft (wie Polen, Ungarn, Spanien, Österreich, Italien) mal abgesehen von den USA oder von Indien. Nur 6,4 Prozent aller Menschen lebten 2021 in einer ,vollwertigen’ Demokratie.

Die wirkliche Bedrohung der Demokratien kommt aktuell von innen. 2022.10

DAS WACHSENDE UNBEHAGEN

Unser Verhältnis zu China wird gerade durch die Bemühungen der USA, China einzuhegen und vom Weg zu schubsen, stark belastet.

Die Positionen sind in etwa klar. Wir geraten zunehmend zwischen die Fronten. Es ist nicht unser Kalter Krieg. Es sind die USA welche ihn wollen. Deswegen droht wegen der Bedeutung beider Länder und der umfassenden Abhängigkeiten (Lieferketten usw.) ein globaler Interessenkonflikt. Allein daran zu denken ist unangenehm.

Die US Interventionen gegen China haben zur Folge, dass China seinen bilateralen Handel in den jeweiligen Währungen möglichst direkt, ohne den Dollar als Zwischenwährung, ausbaut. Das Potential des Dollars stumpft sich damit ab, der Renminbi gewinnt an Bedeutung.

Dieser Krieg, den die USA wollen, hat mit Interessen, nicht etwa mit Werten zu tun. Gemeinsame Werte gibt‘s, mag sein, doch jeder Staat hat eigene Interessen. Immer.

Krieg anzetteln bedeutet missgünstige PR, eine Eskalation der Spannungen, fiese und dümmliche Propaganda in den Medien und in der Politik.

Es gibt sowohl Asiaten wie auch Weisse, welche Mühe haben, ihre Gegenüber optisch voneinander zu unterscheiden: Alle Asiat*innen (Weisse) sehen gleich aus.

Europa ist historisch mit den USA verbandelt und untersteht in der Nato faktisch ihrem militärischen Lead. Wir kennen die US Propaganda, oder sollten dies. Keine Euphorie kommt auf: War da nicht eben DT, der Dauerlügner, den Google uns präsentierte, wenn man Idiot eintippte? Oder Bush, der andere US Leader mit seinen durch dreiste Lügen begründeten, völkerrechtswidrigen Angriffskriegen im Irak oder in Afghanistan? Mit Aberhunderttausenden brutal umgebrachter Kinder, Frauen und Männer. Ungesühnt, nicht aufgearbeitet.

Die damit einhergehenden unangenehmen, vielfach verdrängten Gefühle verstärken merkwürdigerweise das hier bereits bestehende Unbehagen gegen China. Ein Unbehagen, das über professionelle US PR erfolgreich sein Ziel gefunden hat: Weitere People of Color.

Afrikaner, Indigene, Araber und Asiaten wurden von den Weissen seit Jahrhunderten herabgesetzt. Mit rassistisch begründeten Haltungen. Ist da irgendwo Scham?

Zwar wurde uns seit vielen Generationen der mehr oder weniger latente Rassismus von der Gesellschaft und in so gar mancher Familie mitgegeben. Doch umso stärker lehnen ihn eine inzwischen stattliche Anzahl Menschen mit ihrer Bildung in Kopf und Herzen ab. Zum Glück.

Zu guter (oder nicht guter) Letzt kommt hinzu, dass der Globale Süden uns, dem Westen Doppelmoral vorwirft. Die Opfer des Kolonialismus, der Sklaverei, der Aneignung, der Ausbeutung, der völkerrechtswidrigen Angriffskriege, der gewalttätigen Übergriffe des Westens haben eine Stimme.

Was wenn sie damit richtig liegen? 2023.3